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Einladung zum Vortrag „Ich REDE. Kommunikationsfallen und wie man sie umgeht“ mit Isabel García

18.10.2017 um 19:00 Uhr

Garcia

Das LMU Management Alumni Team freut sich, dass die Kommunikationsexpertin Isabel García am 18. Oktober 2017 für einen Vortrag an die LMU kommen wird, um über das Thema "Ich REDE. Kommunikationsfallen und wie man sie umgeht" zu referieren. Im Anschluss an den Vortrag, der um 19:00 Uhr beginnt, finden eine Diskussion sowie ab ca. 20:30 Uhr ein gemütlicher Umtrunk statt.

Frau García wird unter anderem darüber berichten, was ihrer Meinung nach einen guten Redner ausmacht und warum JEDER gut reden kann. Wichtig ist aus ihrer Sicht , dass sich das berufliche Auftreten nicht zu stark vom privaten unterscheidet und dass man sich authentisch verhält. In der Kommunikation geht es nämlich nicht nur darum, dass es einem selbst gut geht, sondern auch dem Gegenüber. Es geht also um Wertschätzung für einen selbst und sein Umfeld!

Wie man authentisches Verhalten üben kann, erfahren Sie in Frau García’s Vortrag. Ein Thema, das uns alle betrifft - melden Sie sich daher direkt für den Termin an:

Wann? 18. Oktober 2017, 19:00 Uhr

Wo? LMU München Hauptgebäude, Hörsaal A 125

Bitte melden Sie sich aus organisatorischen Gründen unter folgendem Link zu dem Vortrag an: https://www.mercator.bwl.uni-muenchen.de/kurse/alumni-vortrag

 

Um Ihnen schon jetzt Lust auf das Thema und die Rednerin zu machen, stand Frau García freundlicherweise für ein kurzes Interview zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön und Ihnen viel Freude beim Lesen.

„Frau García, Sie behaupten, dass jeder gut reden kann. Ist das nicht eine gewagte These?“

Isabel García (IG): Das werde ich immer wieder gefragt. Wenn aber jemand einen Job gefunden hat, vielleicht auch einen Lebenspartner und sich regelmäßig mit Freunden unterhält, dann ist dies für mich ein guter Redner. Die Ziele wurden erreicht. Ich bin auch der Meinung, dass jeder singen lernen kann. Nicht jeder wird ein Placido Domingo, doch jeder kann vernünftig singen lernen. Beim Reden ist es genauso. Leider konzentrieren wir uns in unserem Perfektionismus-Wahn häufig nur auf die vielen Dinge, die wir vermeintlich noch besser machen könnten, anstatt auf das, was wir schon können.

„Was ist eine typische Kommunikationsfalle?“

IG: Wenn sich Ihr berufliches Auftreten zu stark vom privaten unterscheidet. Wir können weder an der Körpersprache, noch an der Mimik, an den Augen oder an der Stimme eindeutig erkennen, ob jemand lügt. Wir machen dies vielmehr daran fest, ob sich jemand anders benimmt als sonst. Wenn Sie also in der Kaffeepause ganz entspannt mit verschränkten Armen, leicht gekrümmt dastehen und sich unterhalten, doch bei der Kundenpräsentation auf einmal die Hände zur Merkel-Raute falten und haltungstechnisch in den Hochstatus gehen, dann wirkt dies verdächtig. Verdächtig nach: „Der benimmt sich auf einmal anders. Warum tut er das? Verheimlicht er uns etwas?“

Somit tappen Sie in die erste Falle, wenn Sie nicht wissen, wie Sie normalerweise reden, stehen und klingen.

„Klingt logisch, aber wie finde ich heraus, wie ich normalerweise rede?“

IG: Indem Sie anfangen, sich selbst bewusst wahrzunehmen. In entspannten Situationen agieren wir unbewusst. Wenn Sie sich zu Hause mit Ihrer Familie unterhalten oder mit einem netten Kollegen auf dem Büroflur, dann werden Sie nicht über Ihre Körpersprache nachdenken. Erst wenn Sie eine Präsentation halten dürfen oder in einem wichtigen Konfliktgespräch festhängen, denken Sie über Ihre Körpersprache nach. Zu spät. Denken Sie bitte schon während dieser entspannten Gespräche daran. Halten Sie inne, schauen Sie sich Ihren Stand, die Haltung und die Körpersprache an und fragen Sie zur Not noch die Familie oder den netten Kollegen.

Wenn Sie dies bewusst wahrgenommen haben, dann können Sie es reproduzieren. Sie können also Ihre unbewussten Stärken aus entspannten Gesprächen in schwierige Gespräche mit rein nehmen, anstatt sich dort komplett neu zu erfinden mit Techniken aus dem letzten Rhetorikkurs.

„Sind Rhetorikkurse dann überhaupt sinnvoll?“

IG: „Auf alle Fälle. Sie bekommen einen guten Eindruck, was im Moment gerade Mode ist. Mit anderen Worten, worauf Ihre Gesprächspartner vielleicht achten werden. Und Sie bekommen viele Tipps, die Ihnen helfen werden. Solange Sie im Hinterkopf behalten, dass keine Rhetorikregel für jeden gilt. Und schon gar nicht in jeder Situation, dann ist alles prima. Geben Sie Ihr eigenes Bauchgefühl nicht an der Seminargarderobe ab, sondern überlegen Sie genau, was zu Ihnen passt. Und diese Tipps dürfen Sie dann gerne mitnehmen.

„Authentizität ist so ein Modewort. Ist es wirklich sinnvoll überall authentisch zu reden?“

IG: Wenn Sie jemand sind, der privat gerne mal zu unpassenden Worten greift, dann würde ich diese im beruflichen Umfeld nicht unbedingt einsetzen. Auch wenn es authentisch ist. Wenn Sie dazu neigen, bei Streitereien cholerisch in die Luft zu gehen und herum zu brüllen, dann würde ich dies auch nicht im beruflichen Alltag ausleben.

In der Kommunikation geht es nicht nur darum, dass es uns selbst gut geht, sondern auch unserem Gegenüber. Es geht um Wertschätzung für mich und mein Umfeld. Wenn Sie dies bedenken, können Sie gerne so authentisch wie möglich sein.

Wobei das Wort „Authentizität“ tatsächlich gerade überstrapaziert wird. Es geht nicht darum, in jeder Situation authentisch zu sein, denn dies ist - in meinen Augen - nicht möglich. Authentisch ist es für mich, wenn ich auf meinem Sofa liege und ein Buch lese. Authentisch ist es auch, wenn ich mit einer Freundin spazieren gehe. Doch ein Vortrag, eine Präsentation, ein Feedbackgespräch, eine Preisverhandlung sind für mich keine authentischen Situationen. Das Ziel ist also nicht, überall authentisch zu sein, sondern: authentisch zu wirken.

Damit meine ich, dass Sie so reden, wie Sie auch mit der Freundin beim Spazierengehen reden, und dass Sie so entspannt atmen wie zu Hause auf dem Sofa mit dem Buch in der Hand. Wenn Sie das alles bewusst wahrnehmen, können Sie dies in wichtige Gespräche mit rein nehmen und wirken dann so authentisch und somit auch glaubhaft wie möglich.